DIGICRIMJUS

Neue Herausforderungen für Lehre, Forschung und Praxis des Strafrechts in digitalen Zeiten
 

Strategische Hochschulpartnerschaft für Digitalisierung und Strafrecht

Die Universität Szeged (Strafrechtsinstitut unter Leitung von Prof. Dr. Krisztina Karsai), die Universität Konstanz (Lehrstuhl für Strafrecht unter Leitung von Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. Madison) und die Universität Istanbul (Strafrechtsinstitut unter Leitung von Prof. Dr. Adem Sözüer) haben eine strategische Hochschulpartnerschaft geschlossen, die sich mit den neuen Herausforderungen des Strafrechts im digitalen Zeitalter befasst. Der gemeinsam initiierte, unter Leitung der ungarischen Kolleg*innen eingereichte, Antrag der drei Partner wurde im Verfahren als bester Antrag prämiert und wird durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union bis 2023/24 in Höhe von 150 000 EUR gefördert.

DIGICRIMJUS vereint Digitalisierung - Strafjustiz - Rechtsvergleich - Lehren und Lernen. Hauptthema ist die Anwendung des Strafrechts in der heutigen Informationsgesellschaft. In diesem Rahmen werden sich die Mitglieder der Forscherteams nicht nur auf klassische Fragen des Strafrechts konzentrieren (z.B. zur strafrechtlichen Verantwortung in Fällen, in denen künstliche Intelligenz eingesetzt wurde), sondern auch auf Fragen der Strafjustiz (z.B. der Ermittlung von Cyberkriminalität oder von Online-Besuchen von inhaftierten Personen). Die Ergebnisse der dreijährigen Forschung werden als umfassende Studienmaterialien für die neue Generation von Jurastudenten und zukünftigen Juristen veröffentlicht. In Konstanz werden die Ergebnisse auch gesondert aufbereitet und für den neuen universitätseigenen Studiengang Advanced Data and Information Literacy Track (ADILT) zur Verfügung gestellt. Die Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema Digitalisierung und Strafrecht ist damit ein weiteres wichtiges Ziel dieses Projekts.

Vorgesehen ist , mit der strategischen Partnerschaft „Digitalisierung und Strafrecht“ (DIGICRIMJUS) ein eigenes, gemeinsames LL.M. Programm der drei renommierten Universitäten (LL.M. in digitalem Strafrecht und Strafrechtsvergleichung) aufzubauen.

Eine eigene Webpräsenz zu dem Projekt entsteht aktuell hier.


Dreiländerseminar: 

Zu den Herausforderungen der Digiatlisierung für die Allgemeine Strafrechtsdogmatik haben sich die Teilnehmer:innen des Digicrimjus-Projekt folgende Fragen gestellt, die nun vom 08.07.-10.07. im Rahmen des Dreiländerseminars unter der Leitung von Prof. Dr. Adem Sözüer, Prof. Dr. Krisztina Karsai und Prof. Dr. Liane Wörner erörtert werden: - Welches Strafrecht gilt? Sonderfragen des Strafanwendungsrechts beim Einsatz digitalisierter Hilfsmittel 

- Strafrechtliche Verantwortlichkeit für den Einsatz der künstlichen Intelligenz
- Ist der intelligente Agent selbst schuld?
- Sorgfaltspflichten und Fahrlässigkeitsmaßstab beim Autonomen Fahren
- Strafrechtliche Verantwortlichkeit des Dienstanbieters einer Cloud bei Angriffen Dritter oder fehlerhafter Cloudanwendung
- Die materiell-strafrechtliche Verantwortlichkeit des Betreibers von Darknet Platformen
- Staatliche und nichtstaatliche Normierung von Erlaubnistatbeständen für das autonome Fahren
- Die Gefahrgemeinschaft als Lösung für Dilemma-Situationen beim autonomen Fahren

Presseerklärung