Internationales Öffentliches Recht

Internationales Öffentliches Recht

Vorlesung (4./5. Studiensemester sowie Schwerpunkt Nr. 7).

Mittwoch 11.45-13.15 Uhr, Raum C425.

Viele Jurist/innen gehen zu Unrecht davon aus, dass das Völker- und Europarecht eine Materie für Spezialisten sei. Dem ist nicht so. Die Einbindung des Staates in das Europa- und Völkerrecht führen dazu, dass sich über- und innerstaatliches Recht mehr und mehr durchdringen und überschneiden. Diese Schnittstelle wird in der Vorlesung zum Internationalen Öffentlichen Recht abgebildet: Es geht zum einen um die Grundbegriffe des Völker- und Europarechts und zum anderen um die Verzahnung des deutschen und überstaatlichen Rechts – bis hinein in die Kernbereiche des Verfassungs- und Verwaltungsrechts sowie des Prozessrechts. Durch diesen Fokus auf Querverbindungen zwischen den Rechtsebenen vermittelt die Veranstaltung allen Studierenden wichtige Schlüsselkenntnisse zur Lösung ebenenübergreifender Rechtsfragen.

Hinweis: Die Veranstaltung ist nur für Erasmus- und Nebenfachstudierende mit guten Kenntnissen im deutschen Verfassungs- und Verwaltungsrecht geeignet (Hinweis: diese Vorlesung behandelt nicht das englische „Public International Law“, das im Deutschen als „Völkerrecht“ bezeichnet wird und unter diesem Namen auch in Konstanz unterrichtet wird). Nachfolgende Übersicht bietet eine Orientierung über die Reihenfolge der Themen; der Zeitablauf richtet sich nach dem Fortschritt der Veranstaltung.  Informationen zu den Einzelstunden finden Sie auf der Lehrstuhlhomepage. 

Übersicht über Verlauf und Inhalt der Vorlesung: Download 

Ausführliche Materialsammlung: Download      

Folien zur Einführung: Download 

Souveräne Staatlichkeit

Lektüre

M. Herdegen, Völkerrecht (18. Aufl. 2019), § 28.

H. Sauer, Staatsrecht III (5. Aufl. 2018), §§ 2, 9.

Zur Vertiefung

R. Geiger, Grundgesetz und Völkerrecht mit Europarecht (7. Aufl. 2018), §§ 18 ff.

M. Krajewski, Völkerrecht (1. Aufl. 2017), § 7 f.

F. Schorkopf, Staatsrecht der internationalen Beziehungen (2017), § 9.A.

Materialien

Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (letzte Neuaufnahme: Südsudan 2011).

Leicht zugänglich die Geschichte der „Principality of Sealand.“

Gemeinsame Verwaltung der Fischressourcen im Bodensee: (Bregenzer) Übereinkunft betreffend die Anwendung gleichartiger Bestimmungen für die Fischerei im Bodensee vom 5. Juli 1893 (mit Schlussprotokoll).

Rechtsprechung

BVerfGE 36, 1 (15 ff.) – Grundlagenvertrag: Zur Rechtsstellung der Bundesrepublik Deutschland aus Anlass des Grundlagenvertrags mit der DDR im Jahr 1973 (zu völkervertragsrechtlichen Folgen der Wiedervereinigung siehe Art. 11 f. Einigungsvertrag vom 31. 08. 1990).

Folien – Souveräne Staatlichkeit: Download 

Grundlagen der völkerrechtlichen Rechtsquellenlehre

Lektüre

H. Sauer, Staatsrecht III (5. Auflage, 2018), § 6.

C. Calliess, Staatsrecht III. Bezüge zum Völker- und Europarecht (2. Aufl. 2018), 1.B.

C. Herrmann, Examens-Repetitorium Europarecht. Staatsrecht III (7. Aufl. 2019), Rn. 14-26.

M. Schweitzer/H.-G. Dederer, Staatsrecht III (11. Aufl. 2016), § 3.

Zur Vertiefung

R. Geiger, Grundgesetz und Völkerrecht mit Europarecht (7. Aufl. 2018), §§ 18 ff.

A. von Arnauld, Völkerrecht (4. Aufl. 2019), § 3, insb. § 3.B.

F. Schorkopf, Staatsrecht der internationalen Beziehungen (2017), § 3.

Materialien

Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (letzte Neuaufnahme Südsudan 2011).

Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge (WVK) vom 23. Mai 1969; für Deutschland in Kraft seit 22. 04. 1975 (BGBl. 1975 II 1145).

Bundesetzblatt Teil II (Völkerrechtliche Vereinbarungen der Bundesrepublik Deutschland), einschl. Fundstellennachweis B zu allen Verträgen online verfügbar.

Auf europäischer Ebene stellt der EAD (Europäischer Auswärtiger Dienst) ein Register völkerrechtlicher Abkommen bereit, unter Einschluss ergänzender Informationen zum Ratifikationsstand, Inkrafttreten, etc. (nur auf Englisch); veröffentlich werden alle Verträge, auch auf Deutsch, im Amtsblatt der Europäischen Union.

Rechtsprechung

BVerfGE 46, 342 – Philippinische Botschaft, S. 364 ff.: exemplarische Darlegungen des BVerfG zur Existenz sowie dem Inhalt von Völkergewohnheitsrecht.

Power-Point-Präsentation: Download

Innerstaatliche Rechtswirkungen

Lektüre

H. Sauer, Staatsrecht III (5. Aufl. 2018), § 6.

C. Calliess, Staatsrecht III. Bezüge zum Völker- und Europarecht (2. Aufl. 2018), 2.B.

C. Herrmann, Examens-Repetitorium Europarecht. Staatsrecht III (7. Aufl. 2019), Rn. 27-76.

M. Schweitzer/H.-G. Dederer, Staatsrecht III (11. Aufl. 2016), §§ 2.A & 4.A.

Zur Vertiefung

A. von Arnauld, Völkerrecht (4. Aufl. 2019), § 7.A+B.

M. Herdegen, Völkerrecht (18. Aufl. 2019), § 22.

R. Geiger, Grundgesetz und Völkerrecht mit Europarecht (7. Aufl. 2018, §§ 7, 33-38.

F. Schorkopf, Staatsrecht der internationalen Beziehungen (2017), § 3.

Rechtsprechung

BVerfGE 104, 151 – NATO-Strategie: keine erneute Bundestagszustimmung zur dynamischen Fortentwicklung bzw. konkludenten Änderung völkerrechtlicher Verträge, hier mit Blick auf die Ausweitung des NATO-Einsatzgebietes (Rn. 131 ff.).

BVerfGE 118, 124 – Völkerrechtliche Notstandseinrede: exemplarische Prüfung, ob Völkergewohnheitsrecht existiert mit umfassenden Verweisen auf die Staatenpraxis (Rn. 33 ff.).

BVerfGE 141, 1 – Völkerrechtsdurchbrechung: völkerrechtliche Verträge müssen im Zweifel den Vorrang der Verfassung respektieren (sog. „Treaty Override“) mit grundlegenden Ausführungen zur Rangstellung völkerrechtlicher Verträge (Rn. 34-36), die jedoch nicht von lex posterior-Grundsatz befreit und durch Völkerrechtsfreundlichkeit nicht widerlegt wird (Rn. 49 ff.).

Power-Point-Präsentation (GG & VR): Download 

Power-Point-Präsentation (EU & VR): Download

Streitschlichtung

Lektüre

M. Herdegen, Völkerrecht (18. Aufl. 2019), § 62 f.

M. Krajewski, Völkerrecht (1. Aufl. 2017), § 8.

C. Calliess, Staatsrecht III. Bezüge zum Völker- und Europarecht (2. Aufl. 2018), 3.C.

Zur Vertiefung

A. von Arnauld, Völkerrecht (4. Aufl. 2019), § 6.

F. Schorkopf, Staatsrecht der internationalen Beziehungen (2017), § 6.

C. Eick, Die Anerkennung der obligatorischen Gerichtsbarkeit des Internationalen Gerichtshofs durch Deutschland, ZaöRV 68 (2008), 763-774.

Materialien

Statute of the International Court of Justice (ICJ/IGH) mit der deutschen Unterwerfungserklärung nach Art. 36 IGH-Statut vom Mai 2008.

Convention on the Settlement of Investment Disputes between States and Nationals of Other States of 18 March 1965 (ICSID Convention).

Rechtsprechung

Übersicht über alle laufenden und abgeschlossenen IGH-Verfahren: mit PDF-Versionen der wichtigsten Dokumente (einschl. Urteile) zum Herunterladen (auf Englisch und Französisch).

WTO Dispute Settlement: im Rahmen der WTO (Panels und Appellate Body in Übereinstimmung mit dem Dispute Settlement Understanding (DSU) ≈ Verfahrensordnung).

Power-Point-Präsentation: Siehe Stunde zuvor.