Aktuelle Forschungsprojekte

Aktivierung risikobezogenen Unternehmenswissens durch Strafrecht

Das Projekt geht der Frage nach, ob risikorelevantes Institutswissen durch Strafrecht aktiviert werden kann. In der Sache geht es um eine qualitativ ausgerichtete rechtstatsächliche Untersuchung der Frage, inwieweit eine Bankenaufsicht mit Mitteln des Strafrechts - konkret: § 54 KWG, der als Reaktion der Finanzkrise 2007/2008 geschaffen worden ist - forciert werden kann.  Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, ob Strafrecht ein probates Instrument zur Aktivierung risikorelevanten Institutswissens darstellt. "Wissen" soll hierbei nicht im Sinne einer einzelnen Information verstanden werden, sondernn vielmehr geht es um fallübergreifende Erkenntnisse und Erfahrungswerte, die für das Risikomanagement nutzbar gemacht werden können. Aus dieser Wissensperspektive soll dann auch das Nebeneinander von Instituten, Bankenaufsicht und Strafverfolgungsbehörden analysiert und ermittelt werden, ob Strafrecht ein funktionaler Bestandteil eines solchen Law Enforcement-Konzepts sein kann. Hierzu sollen Experten aus Unternehmen, Instituten, Aufsichts- und ggf. Strafverfolgungsbehörden interviewt werden. Bearbeitet wird das Projekt von Michael Huff.

Flexible Fallzuweisung und der Anspruch auf den gesetzlichen Richter

Das Forschungsprojekt "Flexible Fallzuweisung und der Anspruch auf den gesetzlichen Richter" befasst sich mit der besonders im Wirtschaftsstrafrecht unter Effizienzdruck geratenen Justiz und ihrem erheblichen Bewältigungsdruck, Ressourcen optimal einsetzen zu müssen. Dabei richtet sich der Fokus auf Flexibilisierungsbestrebungen, die im Gewährleistungsbereich von Art. 101 Abs. 1 S. 2 GG angesiedelt sind. Das Forschungsvorhaben ist empirisch ausgerichtet, die deutschlandweiten Interviews mit Experten des Wirtschaftsstrafrechts von Seiten der Gerichte, der Staatsanwaltschaften und der Verteidigung sind durchgeführt. Aktuell findet die finale Auswertung und Zusammenfassung der Ergebnisse statt. Bearbeitet wird das Projekt von Ass. jur. Isabelle Voß.