Aktivierung risikobezogenen Unternehmenswissens durch Strafrecht

Das Projekt im Überblick:

Das Projekt geht der Frage nach, ob risikorelevantes Institutswissen durch Strafrecht aktiviert werden kann. In der Sache geht es um eine qualitativ ausgerichtete rechtstatsächliche Untersuchung der Frage, inwieweit eine Bankenaufsicht mit Mitteln des Strafrechts - konkret: § 54a KWG, der als Reaktion der Finanzkrise 2007/2008 geschaffen worden ist - forciert werden kann. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, ob Strafrecht ein probates Instrument zur Aktivierung risikorelevanten Institutswissens darstellt. "Wissen" soll hierbei nicht im Sinne einer einzelnen Information verstanden werden, sondern vielmehr geht es um fallübergreifende Erkenntnisse und Erfahrungswerte, die für das Risikomanagement nutzbar gemacht werden können. Aus dieser Wissensperspektive soll dann auch das Nebeneinander von Instituten, Bankenaufsicht und Strafverfolgungsbehörden analysiert und ermittelt werden, ob Strafrecht ein funktionaler Bestandteil eines solchen Law Enforcement-Konzepts sein kann. Hierzu sollen Experten aus Unternehmen, Instituten, Aufsichts- und ggf. Strafverfolgungsbehörden interviewt werden.

Projektleiter:

Prof. Dr. Hans Theile, LL.M.

Mitarbeiter:

Michael Huff

Einschlägige Veröffentlichungen:

1. H. Theile,  Kommentierung der §§ 54-56 KWG, in: Wirtschaftsstrafrecht - Kommentar mit Steuerstrafrecht und Verfahrensrecht (Hrsg.: Esser/Rübenstahl/Saliger/Tsambikakis),  Verlag Dr. Otto Schmidt, Köln 2017, S. 1913-1956

2. H. Theile, Aktivierung risikobezogenen Unternehmenswissens durch Strafrecht? Zum Regulierungsmodell des § 54a KWG, in: Rotsch, Criminal Compliance, Nomos-Verlag,  Baden-Baden 2019